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Orchester

Auch wenn im Orchester praktisch jede Instrumentalzusammenstellung und somit jede erdenkbare Klangmischung möglich ist, hat sich über den Zeitraum von 200 Jahren ein dreifacher Orchestertypus herausgebildet, der trotz radikaler Neuerungsbestrebungen im wesentlichen unverändert blieb und lediglich durch quantitative Abweichungen variiert wurde. Die vier gebräuchlichsten Orchesterformen sind das Klassische Orchester, das erweiterte Klassische Orchester, das große Orchester und das Vorklassische Orchester.

Klassisches Orchester:
2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 2 Hörner, 2 Trompeten, 2 Pauken
und das Streichorchester aus je 2 Geigengruppen, den Ersten und Zweiten Violinen, Viola oder Bratsche, Violoncello oder Cello, Kontrabaß.
Hier sind alle Streicher in mehrfacher Besetzung (bie zu 16 Erste Geigen).

Erweitertes Klassisches Orchester
Es ist oft gleichbedeutend mit dem sogenannten Romantischen Orchester. Der Unterschied, also die Erweiterung zum Klassischen Orchester, besteht im Hinzufügen von Posaunen und manchmal Kontrafagott, wie z. B. schon in Beethovens Fünfter und Neunter Sinfonie, und Piccoloflöten oder Kleiner Flöte, dazu das Englisch Horn, Baßklarinette, Baßtuba, Harfe etc. und die dreifache Besetzung der Blasinstrumente, die Unterteilung des Streicherkörpers, ein mehr oder weniger spezialisiertes Schlagzeug (außer den 'klassischen' Pauken: Große und Kleine Trommel, Triangel, Becken, Tambourin, Kastagnetten, Glockenspielen etc.).

Großes Orchester
Das Große Orchester geht organisch aus dem 'Romantischen Orchester' hervor und stimmt mit diesem teilweise auch überein. Die Entwicklung geschieht auf der historischen Linie Berlioz-Liszt -Wagner-Richard Strauß. Ein Groß-Orchester nach Strauß, wie z. B. in der 'Elektra', übernimmt vom Orchester nach Wagner die Nibelungen-Tuben, die Baßtrompete (als Übergang zur Posaune), die achtfache Hörnerbesetzung und die dementsprechend sehr starke Streicherbesetzung mit der Untergliederung in Erste, Zweite, Dritte Geigen etc. Über das Klassische, das Erweiterte Klassische und das Romantische Orchester hinaus erlangt es einen bisher kaum überbotenen und überbietbarem Maximalumfang von 4 Flöten (Piccoli), 2 Oboen, 1 Englisch-Horn, 1 Heckelphon, 5 unterschiedlich gestimmten, klanglich gegeneinander charakterisierte Klarinetten, 1 Baßklarinette, 2 Bassetthörner, 3 Fagotte, 1 Kontrafagott, 8 Hörner, 2 B-Tuben, 2 F-Tuben, 6 Trompeten, 1 Baßtrompete, 3 Posaunen, 1 Kontrabaßposaune, 1 Kontrabaßtuba, 2 Harfen (möglichst zu verdop
peln), 8 Erste Geigen, 8 Zweite Geigen, 8 Dritte Geigen, 6 Erste Bratschen, 6 Zweite Bratschen, 6 bis 8 Pauken, Glockenspiel, Triangel, Tambourin, Kleine und Große Trommel, Rute, Becken, Tamtam und Celesta.

Kammerorchester
Strauß, der mit dem Orchester der 'Elektra' das moderne Großorchester wieder klassisch machte - und das nicht durch Ausbeutung der klanglichen Mittel, sondern durch deren überlegen-ökonomische Anwendung - schuf mit dem Kammerorchester für die 'Ariadne auf Naxos' den beispielhaften Klangkörper einer zur solistischen Virtuosität neigenden neuen Intimität. Die Besetzung dieses Orchesters ist wie folgt:
2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 2 Hörner, 1 Trompete, 1 Posaune, 6 Geigen, 4 Bratschen, 4 Celli, 2 Kontabässe, 2 Harfen, Celesta, Glockenspiel, Pauken, Schlagzeug, Klavier und Harmonium.

Vorklassisches Orchester und Barockorchester
Ersteres stammt aus der Zeit vor Gluck, Haydn, Mozart und den Wiener Klassikern. Die Besetzung ist so wechselnd, daß es sich nicht auf bestimmte Normen, Typen und zahlenmäßige Anordnungen festlegen läßt.
Keinesfalls ist das Vorklassische Orchester einfach mit dem 'Barockorchester' gleichzusetzen, da zu Beginn und gegen Ende der Barockepoche derart unterschiedliche Orchestergattungen vertreten waren, daß sich dadurch nur allgemeine historische Entwicklungslienien und Stufen festlegen lassen: Vierstimmigkeit des Streichorchesters (in der Venezianischen Oper), Fünfstimmigkeit mit Oboen- und Fagott-Trio in Lullys Pariser Orchester, Streicher -Concertino (konzertant-solistische Partien, die aus dem Streicher-Ensemble heraustreten), bei Händel Ablösung der alten Gamben- und Violenfamilien durch moderne Streichinstrumente nach 1700, Absterben früherer Bläsergruppen wie Serpent, Bomhart etc. und bei Corelli chorisches Orchester. Die Besetzung des Vorklassisch-Barocken Orchesters, z.B. bei B.c., wechselt auch stark nach den lokalen Begebenheiten.



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