Musiklexikon

Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen

Zur Geschichte des Musikinstrumenten-Museums Markneukirchen//Gründung der Sammlung/Als Paul Apian-Bennewitz 1883 zur Gründung eines Gewerbemuseums in Markneukirchen aufrief, hatte er bereits sehr konkrete Vorstellungen über Inhalt und Bedeutung dieser Einrichtung, allerdings konnte er nicht ahnen, daß sich in kurzer Zeit eine Sammlung entwickeln würde, die in ihrer regionalen Bedeutung einmalig ist und international zunehmend Beachtung findet./Nachdem der Instrumentenbaumeister Viktor Wettengel vor dem Gewerbeverein begeistert von seinem Besuch der Musikinstrumentenaustellung des Nürnberger Nationalmuseums berichtet hatte, war der Wunsch nach solch einer Institution in Markneukirchen erwacht./Das am 24. Februar 1883 vom Lehrer und Organisator Paul Apian-Bennewitz gegründete Gewerbemuseum sollte in erster Linie eine Lehrstätte für die einheimischen Musikinstrumentenbauer werden. Die Notwendigkeit, neben einer musikalischen Fachschule ein Gewerbemuseum zu schaffen, begründete er folgendermaßen: "Wir haben hier eine so eigenartige Industrie, daß durch Wandern in die Fremde nur die wenigsten etwas zu lernen vermögen, und würden sich um der obengenannten Vorteile der Großstadt willen unsere jungen Handwerker in jenen Städten ansiedeln, so müßte dies ja füglich zum Ruin unserer blühenden Industrie gereichen!"/In seiner Gründungsrede vor dem Gewerbeverein sieht Bennewitz neben Rohmaterialien, Werkzeugen und einer Fachbibliothek vor allem das Sammeln von Musikinstrumenten aller Zeiten und Völker als bedeutungsvoll an./"Unsere Industrie ist unser stolz, sie ist der einzige Grund zur Blüte unserer Stadt, die weder durch geographische Lage noch durch sonstige Umstände sonderlich begünstigt erscheint. Mit ihr steht, mit ihr fällt der Wohlstand derselben. Es ist ein solches Museum sonach eigentlich ein städtisches Museum, das alles umfaßt, was die Stadt dem Fremden und Eingeborenen wichtig und lieb macht. Dazu würde es noch ein Unikum, eine Sehenswürdigkeit in ihrer Art ohne gleichen sein, die dem Fremden und Einheimischen erst so recht ein Bild der Wichtigkeit unserer leider so oft unterschätzten Stadt und Umgegend in gewerblicher Beziehung einprägen dürfte. Sie würde zudem, wenn wir nur einen gesegneten Anfang machen, mit der Zeit einen hohen pekuniären Wert erlangen und in späterer Zeit dann auch ihren vollen Segen en/twickeln." (Museumsarchiv)/Bennewitz' Vision ist in über 100 Jahren verwirklicht worden.Zum Fundus des Musikinstrumenten-Museums Markneukirchen gehören heute über 3700 Exponate, darunter 3031 Musikinstrumente, 360 volkskundliche Objekte, 320 Bilder und Dokumente./Eine Bibliothek mit einem Umfang von 2780 Büchern, Katalogen und Zeitschriften steht den Mitarbeitern bei ihrer täglichen Arbeit und instrumentenkundlich interessierten Fachleuten zur Verfügung. Befand sich das Museum zunächst in der Obhut des seit 1872 bestehenden Gewerbevereins, wurde es schon 3 Jahre nach der Gründung in die Trägerschaft der Stadt übergeben, da mit dem Anwachsen der Sammlung ein Betreiben auf ehrenamtlicher Basis nicht mehr ausreichend war. Die Akten des Museums geben Auskunft über die intensiven Bemühungen der Leiter und z. T. nebenamtlicher Mitarbeiter, eine bedeutende Sammlung aufzubauen, zu bewahren, zu dokumentieren und sie der Öffentlichkeit in ästhetisch ansprechender Weise zu präsentieren. Zu nennen sind hierbei Franz Hellriegel, Richard Günther, Vi/ktor und Philipp Wettengel, Kurt Jacob, Hans Jordan, Erich Wild, Hanns Pulz und Ernst Gewinner. Hat jeder von ihnen auf seine Weise dazu beigetragen, das Museum weiterzuentwickeln und bekanntzumachen, so gebührt dem Gründer Paul Apian-Be/nnewitz die größte Anerkennung./Der Beginn der Sammlung bis zur Übergabe an die StadtAm Tag der Gründungsrede lagen schon einige Stiftungen vor, aber die Ablieferung der zugesagten Instrumente und die Beschaffung neuer Exponate gingen so schleppend voran, daß die Kommision sich gezwungen sah, von Haus zu Haus zu gehen und persönlich auf die Wichtigkeit des Museums hinzuweisen. Am 11.06 und 02.10 1884 suchten Bennewitz und Stadtrat Weller alle Namhaften Industriellen auf und nahmen einige Instrumente in Empfang. Ein Anfang war gemacht, aber die Geldmittel reichten bei weitem nicht aus, um die großen Lücken der Sammlung zu schließen. Bennewitz mußte erkennen, daß die Unterstützung, die der Gewerbeverein dem Museum zuteil werden lassen konnte, nicht genügte, um die Entwicklung voranzutreiben. Mit seinem Wunsch, das Museum nun der Stadt zu übergeben, fand er bei Bürgermeister Zschucke großes Verständnis. Die Kommision, die für die Gründung des Museums verantwortlich war, wurde erweitert und dem Bürgermeister der Vorsitz übertragen. Das Gewerbem/useum ging 1886 in den Besitz der Stadt über. Ein Kuratorium übernahm die Verwaltung. Neben der jährlichen finanziellen Unterstützung des Gewerbevereins von 50 Mark sollte das Museum 100 bis 200 Mark im Jahr von der Stadt erhalten. Außerdem wurden ihm Abgaben bei Abdingen und Lossprechen der Lehrlinge und beim Meisterwerden seitens der Innung von Mindestens 300 Mark bewilligt. Weiterhin beschloß die Kommision, die Gründungsrede von Bennewitz im Lokalblatt zu veröffentlichen und 300 Abzüge für Agitationszwecke anzufertigen. Es wurde eine Petition an die Königliche Regierung in Dresden geschrieben mit der Bitte, dem Museum ausgediente Militärinstrumente aus dem Zeughaus, Doubletten aus den Königlichen Museen und Nationalinstrumente, die durch Kaiserliche Konsulate vermittelt werden könnten, zu überweisen. Schließlich nutzte man die Anwesenheit des Gewerbeschulinspektors Enke aus Dresden, der die Fachschule inspizierte, um ihn mit Sinn und Zweck des Museums vertraut zu machen. Sein Versprechen, sich beim Ministe/rium für die Sammlung einzusetzen, hielt er ein, und /die Petition fiel auf fruchtbaren Boden. Der Aufbau der Sammlung ging zügig voran. Von 1886 bis 1931 erhielt das Gewerbemuseum vom Königlichen Ministerium des Innern in Dresden (ab 1921 Wirtschaftsministerium) eine jährliche Unterstützung von 300 bis 1000 Mark. Die Hilfe beschränkte sich nicht nur auf finanzielle Mittel, sondern beinhaltete ebenso die kostenlose Bereitstellung von Fachbüchern und Vitrinen. Herausragend war die großzügige Unterstützung hinsichtlich der Anschaffung von außereuropäischen Instrumenten. Auf diese Weise gehörten um 1900 bereits 700 Musikinstrumente, darunter über 250 aus Afrika, Amerika und Asien zum Bestand der Sammlung./Die Bedeutung von Paul Apian-Bennewitz für die SammlungPaul Apian-Bennewitz wurde 1847 in Oberwiesenthal geboren. Er absolvierte nach seiner Schulzeit in Annaberg und auf der Thomasschule zu Leipzig das Lehrerseminar in Annaberg. 1847 begann er seine Lehrtätigkeit in Markneukirchen, die mit der Kantoren- und später Organistenstelle gekoppelt war. Als aktives Mitglied des Gewerbevereins wurde er bald in den Verwaltungsrat und zum Schriftführer der Vereinigung gewählt. Die Gründung des Museums ist zwar nicht seiner alleinigen Initiative zuzuschreiben, aber der Umstand, als Lehrer an der Fachschule für Instrumentenbau kaum auf Anschauungsmaterial zurückgreifen zu können, hat sicher mit zur Forcierung des Vorhabens beigetragen. Seit 1881 unterrichtete Bennewitz Geschichte der Musik und des Musikinstrumente sowie allgemeine Musik- und Harmonielehre. In dieser Funktion schrieb er auch das bis heute stark beachtete Fachbuch "Die Geige, der Geigenbau und die Bogenfertigung", Weimar 1892./Sein Einsatz für das Museum stand in keinem Verhältnis zur finanziellen Anerkennung, die er als Geschäftsführer erhielt. Neben seinem Schuldienst war er für den Aufbau der Sammlung, die Inventarisierung und die Museumsbesucher zuständig. Hatte das Museum offiziell zwar nur 3 Stunden wöchentlich geöffnet, so benötigte Bennewitz viel Zeit für ausgedehnte Korrespondenzen mit Dienststellen und Fachwissenschaftlern im In- und Ausland und den mehrmaligen Umzug der sich ständig erweiternden Sammlung. Anerkennung für seine Arbeit erhielt er durch Fachleute, weniger durch Dienststellen, an die er sich häufig mit Gesuchen zwecks Reduzierung seiner Unterrichtsstunden auf Aufbesserung des Gehalts wandte. Wegen eines Schreibens an das Ministerium des Innern erhielt er sogar einen Verweis des Stadtrates. Fruchtbar dagegen war sein Bemühen um finanzielle Unterstützung durch das Königliche Ministerium des Innern in Dresden hinsichtlich der Anschaffung von außereuropäischen Instrumenten im Jahre 1887. Von dieser Seite erhielt //er auch Geld für eine Informationsreise in die Museen von Nürnberg, München, Mittenwald und Salzburg im Jahre 1886 und 1892 für eine Studienreise zur Musik- und Theaterausstellung nach Wien. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer und Geschäftsführer des Gewerbemuseums war Paul Apian-Bennewitz außerdem Vorstandsmitglied des Gebirgs- und Verschönerungsvereins. Eine Grünflächenanlage mit Naturlehrpfad wurde ihm zu Ehren zur "Bennewitz-Anlage". So lobenswert seine zahlreichen Aktivitäten für die Stadt Markneukirchen waren, haben sie doch ihren Tribut gefordert: "Das damit gebrachte Opfer... haben ich meinen Pflichten gegen meine Familie, gegen meine berufliche Fortbildung und gegen meine Gesundheit abgerungen." (Akte Bennewitz, Museumsarchiv). Knapp 45jährig starb Bennewitz im Dezember 1982. Durch sein unermüdliches Wirken hat er sich bereits zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt./Die nachfolgenden Leiter und FördererAb 1893 führte Franz Hellriegel fast 20 Jahre lang die Amtsgeschäfte, wiederum neben seiner Lehrtätigkeit, umsichtig weiter. Zu seinem Verdienst gehören eine gewissenhafte Inventarisierung und die Erstellung des Katalogs von 1908. Außerdem schrieb er, unter Einbeziehung der Arbeit des Chronisten Crasselt (Schneeberg 1821) die "Chronik von Markneukirchen" (Zwickau 1913)./Lehrer Richard Günther übernahm die Leitung des Museums nach Hellriegels Tod 1912. Sein Wirken war überschattet von den Folgen des Ersten Weltkrieges, der Inflationszeit und der Weltwirtschaftskrise und wurde 1933 vorzeitig beendet aufgrund eines Verbots von Nebenbeschäftigung für Beamte./Saiteninstrumentenmacher und Enkel des Mitgründers des Museums, Philipp Wettengel, leitete das Museum bis zur Schließung bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Danach stagnierte die Entwicklung zunächst, allerdings erfolgte Während des Krieges der Umzug der Sammlung in das Paulus-Schlössel. Die inhaltliche und gestalterisc/he Konzeption lag in den Händen des Erlbacher Geigenbaumeisters und Lehrers Dr. Rudolf Eras. Kurt Jacob, Holzblasinstrumentenmachermeister, war seit Januar 1943 als Geschäftsführer des Museums und gleichzeitig Hausmeister für den gesamten Gebäudekomplex tätig, in dem sich neben seiner Wohnung auch die Fachschule für Musikinstrumentenbau befand. Im Juni 1945 wurde er, wie alle Stadtangestellten, entlassen. Was heute viele Besucher verwundert, ist die Tatsache, daß die Sammlung trotz amerikanischer und später sowjetischer Besatzung keinen Schaden genommen hat. Kurt Jacob hat das Museum in der schwierigen Zeit gut behütet. Freunde des Museums bewahrten wertvolle Exponate eine Zeitlang zu Hause a/uf, um sie vor fremdem Zugriff zu bewahren. Bereits Anfang 1946 bot man dem Lehrer Erich Wild das Amt der Geschäftsführung an, der es zunächst kurzzeitig ehrenamtlich und ab Februar 1955 hauptamtlich übernahm. Zwischenzeitlich wurde Gamben- und Lautenbauer Hans Jordan mit der Leitung des Museums beauftragt. Aufgrund der /ständig wachsenden Besucherzahl und der damit verbundenen längeren Öffnungszeiten (im Sommer 14 Stunden) sowie der Erweiterung der Sammlung konnte er die Aufgaben nicht mehr neben seiner Berufstätigkeit bewältigen und kündigte 1955. Mit Erich Wild als erstem hauptamtlichen Leiter nahm die Entwicklung des Museums einen weiteren kräftigen Aufschwung. Als Historiker und Heimatforscher hat er darüber hinaus Hervorragendes für die Aufarbeitung der vogtländischen Geschichte geleistet. Als seine wichtigsten Werke sind die "Geschichte von Markneukirchen" (Plauen 1925), "Geschichte und Volksleben des Vogtlandes" (Plauen 1936) und die "Regesten zur Geschichte des Vogtlandes" (Plauen 1929) zu erwähnen./Nach Wilds Tod 1964 übernahm Hanns Pulz, der bis 1979 unermüdlich im Dienst des Museums stand, die kommissarische Leitung, bis Ernst Gewinner ein Jahr später als Direktor eingesetzt wurde. In seine Amtszeit von fast 30 Jahren fallen eine umfangreiche Sanierung des Gebäudes und eine völlige Neugestaltung des Ausstellung, e/benso eine kontinuierliche Sammeltätigkeit und ständig steigende Besucherzahlen. Als Ursache sind für letzteres u. a. die eingeschränkten Reisemöglichkeiten in der DDR und die feste Einbindung des Museums in die Programme der Reisebüros und Ferienheime der näheren Umgebung zu sehen. Aus Gründen der Sicherheit mußte 9 Jahre lang jeder Besucher durch das Museum geführt werden, was einen erheblichen Personalaufwand bedeutete und auch zur Folge hatte, daß für wichtige museale Arbeiten wie Dokumentationen und Erstellen von Publikationen kaum Zeit blieb. Bis zu 14 Angestellte und 18 nebenamtliche Kräfte, zu denen Schüler, Studenten und Rentner gehören, arbeiteten zeitweilig im Museum. In der Zeit v/on 1978 bis 1985 besuchten jährlich über 100.000 Gäste die Einrichtung, was über 5000 Führungen Notwendig machte. Das kleine Haus war an manchen Tagen regelrecht überfordert./Mit der Wende war zunächst ein Rückgang der Besucherzahlen zu verzeichnen, zugleich aber auch ein Anstieg des Besuchs von ausländischen Gästen. Jäh/rlich steuern ca. 40.000 Menschen davon 50% Gruppenreisende, die Ausstellung an. Sie wird zunehmend für Forschungen, insbesondere auch von ausländischen Wissenschaftlern, genutzt. Eine gute Zusammenarbeit gibt es mit dem Studiengang Musikinstrumentenbau der Westsächsischen Hochschule Zwickau in Markneukirchen und dem Institut für Musikinstrumentenbau Zwota. Regelmäßig besucht wird das Museum auch von den Lehrlingen der Berufsfachschule Klingenthal und den Klassen des musischen Profils des Gymnasiums Markneukirchen. Ein Höhepunkt im Museumsalltag wird die im September 2000 stattfindende internationale Tagung der Musikinstrumentenmuseen und -sammlungen CIMCIM sein. Die Durchführung der Konferenz in Markneukirchen stellt eine große Anerkennung der Sammlung und der Tätigkeit der Mitarbeiter und Förderer des Museums dar. Wurde Markneukirchen bereits beim letzten Treffen /der Gesellschaft in Deutschland 1979 mit einbezogen, so wird die Stadt erstmals Austragungsort einer so bedeutenden Veranstaltung sein./1995 wurde der Museumsverein gegründet, dem über 60 Mitglieder aus dem In- und Ausland angehören. Ziel des Vereins ist die Unterstützung der Museumsarbeit auf dem Gebiet der Besucherbetreuung, der Restaurierung, Erweiterung der Sammlung und der Herausgabe von Fachbüchern. Ohne den Verein hätte die Museumsarbeit in den letzten Jahren nicht auf dem qualitativ hohen Niveau fortgesetzt werden können. So konnte nur mit seiner Hilfe die Besucherbetreuung in bewährter Weise durchgeführt werden. Die Herausgabe einer CD mit Musik auf historischen Musikinstrumenten des Museums und der Druck des Buches "Vogtländischer Geigenbau von den Anfängen bis 1850" von Dr. Bernhard Zoebisch gehen ebenfalls auf das Konto des Vereins. Unterstützung finanzieller Art erhält das Museum außer von der Stadtverwaltung in großem Maße vom Kulturraum Vogtland und des Landesstelle für Museumswesen Chemnitz. Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Kosten wird durch Eigeneinnahmen gedeckt. Um die Attraktivität des Museumsbesuches zu steigern, finde//n in den Sommermonaten Konzerte im Hof des Paulus-Schlössels statt. Einmal im Jahr, am letzten Sonntag im August, werden beim Handwerkertag die Musikinstrumentenbauer der Region aktiv, indem sie den Besuchern ihren Handwerkszweig an der Werkbank vorführen. So kann man Meistern des Geigen-, Bogen-, Zupfinstrumenten-, Blasinstrumenten- und Akkordeonbaues über die Schulter schauen. Natürlich gibt es an diesem Tag auch viel Musik, vorrangig von Gruppen aus der Region, zu der innerhalb der Euregio Egrensis natürlich auch das unmittelbare bayerische und tschechische Nachbargebiet gehören./Die Besonderheit der Markneukirchner SammlungDie Einmaligkeit des Musikinstrumenten-Museums Markneukirchen liegt in seiner engen Beziehung zum heimischen Musikinstrumentenbau begründet./Gleichartige Museen in Berlin, Leipzig, München und Nürnberg basieren sehr oft auf Privatsammlungen und sind Bestandteil größerer Einrichtungen. Ihr Fundus ist geprägt durch historisch wertvolle Instrumente. So kann man in der Ausstellung großer Städte kostbare Exponate namhafter Meister des 16.-18. Jahrhunderts bewundern. Es gibt aber kaum eine zweite Musikinstrumentenausstellung, in der die Entwicklung der Orchesterinstrumente so lückenlos und übersichtlich bis zur heutigen Zeit gezeigt wird wie in Markneukirchen. Sie wurde von den Musikinstrumentenbauern gegründet und aufgebaut und widerspiegelt als einzige ihrer Art umfassend den vogtländischen Musikinstrumentenbau und darüber hinaus die Entwicklung der für Europa typischen Musikinstrumente bis in die Gegenwart. Bennewitz Anliegen war es, in die kleine Stadt, die weitab von den Großen Musikzentren liegt, Anschauungsmaterial für die Instrumentenbauer zu bringen, um ihnen ein Studieren von Formen und Techniken vor Ort zu ermöglichen. Eine gute Lehrlingsausb//ildung wurde als Voraussetzung für die Erhaltung der Tradition angesehen. Schon die Begründer der Geigenmacherinnung von Markneukirchen legten in ihren Artikeln genau fest, wie die Ausbildung auszusehen hat. Auch auf die musikalische Erziehung wurde viel Wert gelegt und aus diesem Grund bereits 1834 die heute noch bestehende Musikschule gegründet, eine der ersten Schulen dieser Art in Deutschland überhaupt. Es war Pflicht, den Unterricht zwei Jahre zu besuchen. Noch heute bildet diese Musikschule Nachwuchs für Orchester und Musikgruppen der Region aus./Die am 06.03.1677 gegründete Geigenmacherinnung war die erste Innung auf heutigem deutschen Gebiet, der nur Geigenbauer angehörten. Sie waren allesamt deutsche Exulanten aus der böhmischen Nachbarstadt Graslitz/Kraslice.//(Entnommen der Broschüre "Museum Markneukirchen", herausgegeben von der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen - 2000; mit freundlicher Genehmigung des Musikinstrumenten-Museums Markneukirchen)//
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